Therapiemöglichkeiten für problematische Hämangiome

Nur etwa jedes zehnte infantile Hämangiom muss behandelt werden. In Problemzonen allerdings kann es zu Komplikationen wie Funktionsverlust oder Geschwürbildung kommen, so dass eine Behandlung so früh wie möglich begonnen werden sollte (Problemzonen sind z.B. Gesicht, Anal- oder Genitalbereich, Hautfalten wie Achselhöhle oder Hals). Vor allem bei Hämangiomen im Bereich der Augen, Lippen und Nase besteht rascher Handlungsbedarf.

Beta-Blocker
Hier eine relativ neue Behandlungsmöglichkeit, die rasch wachsende Hämangiome schrumpfen und verblassen lässt. Sie hat ein sehr gutes Wirksamkeits- und Sicherheitsprofil und wird vom Experten eingeleitet. Die Dauer der Behandlung entspricht derjenigen mit Kortison, erfordert jedoch kein stufenweises Absetzen.

Kortisonpräparate
Abhängig von der Behandlungsdauer kann der Wirkstoff Prednison starke Nebenwirkungen haben (z.B. Schwächung des Immunsystems, Erhöhung von Blutdruck und Blutzuckerspiegel, Magen-Darm-Probleme). Daher muss die Therapie regelmässig von einem Arzt überwacht werden. Im Anschluss an die Behandlung wird die Dosis langsam abgesetzt, denn eine zu rasche Dosisverringerung kann zu einem erneuten Wachstum führen.

Lasertherapie
Bei grösseren Hämangiomen kann ein sogenannter Pulslaser zum Einsatz kommen, wobei eine kurzzeitige Vollnarkose notwendig wird. Wegen der geringen Eindringtiefe (ca. 0,7 mm) für Hämangiome mit grösserer Ausdehnung in tiefere Gewebeschichten nicht geeignet.

Operation
Durch die guten Ergebnisse, die mit anderen Therapiemöglichkeiten erzielt werden, kommt eine Operation nur noch in Einzelfällen in Betracht. Sie kann in akuten Fällen eine Option sein, wenn z.B. der Funktionsverlust eines Organs droht.

Kryotherapie (Vereisung; in der Schweiz wenig oder kaum eingesetzt)
Kleinere (bis max. 1 cm Durchmesser), flache Hämangiome können durch Unterkühlung behandelt werden. Manchmal wird die Haut an der entsprechenden Stelle betäubt, dies ist jedoch nicht in jedem Fall nötig. Wichtig ist, dass die Kryotherapie rechtzeitig zum Einsatz kommt, denn sie hat nur eine Eindringtiefe von ca. 2mm.

Nach der Therapie können je nach Lage verbliebene Rückstände, Narben oder starke Pigmentierungen operativ oder mit Laser behandelt werden. Es wird empfohlen, dies vor der Einschulung durchzuführen. Welche Methode sich am besten eignet, ist von Fall zu Fall verschieden. Mehr erfahren Sie bei einem Experten in Ihrer Nähe.