Wie werden infantile Hämangiome zweifelsfrei erkannt?

Bei der überwiegenden Zahl der betroffenen Kinder verlaufen die drei Entwicklungsphasen der Hämangiome (Wachstum, Stillstand und Rückbildung) ohne Komplikationen. Die Entscheidung, ob eine Behandlung notwendig ist, muss ein Spezialist fällen. Dazu muss der Arzt eindeutig bestimmen, ob es sich um ein Hämangiom handelt oder um eine andere Art der Hautveränderung (sogenannte „vaskuläre Malformationen“).

Dabei helfen die drei folgenden Fragen:

  • War die Veränderung bei Geburt vorhanden? Falls nein: Hinweis auf Hämangiom
  • Wurde die Veränderung im Verlauf grösser?* Falls ja: Hinweis auf Hämangiom
  • Fühlt sich die Stelle warm an? Falls ja: Hinweis auf Hämangiom

*Regelmässig durchgeführte Fotografien des betroffenen Körperteils, am besten mit einem Vergleichsgegenstand (z.B. einem Lineal), eignen sich sehr gut um ein Wachstum zu dokumentieren.

Falls es sich um ein Hämangiom handelt, wird er zusätzlich ermitteln, in welcher der drei Entwicklungsphasen es sich befindet. Weist das Ergebnis seiner Untersuchung und der Befragung auf ein unkompliziertes Hämangiom hin, werden keine weiteren Untersuchungen nötig.

Bei grösseren und überproportional schnell wachsenden Hämangiomen kann durch Ultraschall die genaue Ausdehnung (vor allem in die Tiefe) bestimmt werden und die Beeinträchtigung benachbarter Organe untersucht werden. Nur bei nicht eindeutigen Befunden oder bei Verdacht auf Beteiligung lebenswichtiger Organe werden weiterführende Massnahmen, z.B. ein MRT notwendig (= Magnetresonanztomografie; ein Verfahren zur bildlichen Darstellung von Geweben und Organen, häufig auch Kernspintomografie oder einfach Kernspin genannt).

Wann muss ein Kind behandelt werden?

  • Bei lebensbedrohlichen Komplikationen,
  • nicht beherrschbarer Geschwürbildung,
  • Beeinträchtigung von Organen,
  • Gefahr einer dauerhaften Entstellung.